Mittwoch, 03.01.2007
Danke und Tschuess
So, der letzte Tag in Asien ist angebrochen! Gestern war ich noch in der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macau, die im Gegensatz zu Hongkong viel verschlafener ist, aber mit grossartiger mediterraner Architektur aufwartet, so dass ich mich mehr als einmal wie in Europa gefuehlt habe, wenn man mal von den Asiaten abstrahiert. Zu zehntausenden haben Festlandchinesen Macau gestern einen Besuch abgestattet, so dass es wirklich ein nettes Gefuehl war, als westlicher Tourist eine verschwindend geringe Minderheit darzustellen. Nur spielen wollte ich dann doch nicht - das ist hier naemlich seit 150 Jahren legal und hat dazu gefuehrt, dass hier so langsam ein "Klein Las Vegas" entsteht: An jeder Ecke entstehen neue Casinos, die zwar nicht mit ihren US-Kollegen mithalten koennen, aber dennoch dazu fuehren, dass Macau nachts komplett anders aussieht als bei Tage.
Heute werde ich dann noch bei Dunkelheit in Hongkong auf den Peak hochfahren, bevor es dann so langsam zum Flughafen geht.
Gruss insbesondere an diejenigen, die ein paar Kommentare gepostet haben.
Mirko
Montag, 01.01.2007
Happy New Year aus Hongkong
Das mit dem Internet ist hier irgendwie etwas schwierig, da das Erdbeben dazu gefuehrt hat, dass die Verbindungen auf Kriechgeschwindigkeit herabgesetzt sind. Hongkong ist fantastisch: Eine Mischung aus Berlin-Marzahn (wegen der unfassbar stereotypischen Wohnsiedlungen in der Peripherie), Hamburg (wegen dem Hafen), New York (wegen der Skyline) und Singapur (Shopping Malls, Restaurants und Verbote allenthalben).
Waehrend Hongkong-Island sich durch und durch wie eine westliche Metropole ausnimmt, merkt man, wenn man durch Kowloon schlendert, dass man ganz langsam und allmaehlich nach China kommt: Die Neonlichter werden greller, die Touristen weniger, Englisch verschwindet zunehmend aus den Schaufenstern und das asiatische Chaos stellt sich so langsam ein.
Gleich werde ich nach dem Fruhstueck etwas rausfahren, um mir die anderen Teile von Hongkong-Island anzuschauen, bevor es dann morgen nach Macao, der alten portugiesischen Kolonie, geht, die bestimmt ein paar nette Eindruecke vermittelt.
Gruss Mirko
Donnerstag, 28.12.2006
Good Bye Vietnam!!!
Hallo Leute,
morgen geht der Flieger nach Hongkong und Vietnam liegt hinter mir.
Die letzten Tage waren ereignisreich: Drei Tage Mekong-Delta mit seinen unzaehligen Wasserstrassen, Reisefeldern und vor allem seinen netten Leuten. Wo auch immer man als Tourist hinkommt, man wird freundlich begruesst und aufgenommen und im Gegensatz zu Hanoi und Saigon muss man auch kaum handeln, da die Leute (noch) nicht auf die Idee kommen, man koennte die Touristen mal so richtig ausnehmen. Apropos handeln und feilschen: Man kann sich richtig daran gewoehnen, bei jedem Kauf ein bisschen zu schauspielern, von den Vietnamesen als Halsabschneider bezeichnet zu werden (was natuerlich nicht stimmt - schliesslich wuerden sie uns ja nichts verkaufen, wengleich wir natuerlich alles unter den Einkaufspreisen erstehen!!!) und hinterher herzlich mit den Verkaeufern ueber die vorangegangenen fuenf Minuten zu lachen.
Gelacht haben wir auch ueber Weihnachten: Anstatt wie bei uns im Kreise der Familie zu feiern, feiert man hier auf der Strasse. Circa drei Millionen Menschen mit 2 Millionen Motorraedern muessen unterwegs gewesen sein. Als Fussgaenger haben wir alle ueberholt und dabei wohl etliche hunderte Male "Melly Chlistmas" bluellen muessen. Danach ging es dann ab in die haerteste Schlacht Saigons seit dem Vienam-Krieg. Hier existiert der Brauch unter jungen Leuten, sich eine Konfettischlacht in der Innenstadt zu liefern. Bewaffnet mit kiloweise Konfetti ziehen sie in den Kampf und wer koennte sich besser als Ziel eignen als Touristen? Ich hatte hinterher Konfetti in den Socken, der Unterhose, in der Nase, den Ohren und wo auch immer. Allerdings haben wir uns ganz gut gehalten und unsererseits ein paar Vietnamesen mit Konfetti eingeseift. Das schoenste dabei - alles blieb friedlich, da auch so gut wie kein Alkohol im Spiel war. Ich habe allerdings den Verdacht, dass nicht alle Touristen so begeistert von den Guerrillaattacken waren wir wir.
Bis die Tage Mirko
Samstag, 23.12.2006
Es weihnachtet sehr...
Babsi duerfte jetzt schon auf dem Weg nach Hause sein waehrend ich mir eben alleine den Praesidentenpalast (der palast der Republik laesst gruessen!) und das Museum der amerikanischen Kriegsverbrechen angeschaut habe: Einmal Rambo umgekehrt! Dennoch war ich positiv ueberrascht, denn so drastisch die Ausstellung auf der einen Seite ist, so ueberzeugend ueberbringt sie doch die Botschaft, dass Krieg sich fuer keine Seite lohnt - dennoch war die Reaktion einiger Amis interessant. "Unsere Jungs" koennen das einfach nicht gemacht haben!
In diesem Sinne ein friedliches Weihnachtsfest aus dem 33 grad warmen Saigon.
Mirko
Mittwoch, 20.12.2006
Saigon
Endlich Waerme! Nachdem in Hoi An alle Klamotten fertig geschneidert wurden und den Anprobiertest ueberstanden haben, sind wir mittlerweile in Saigon angekommen. Nach dem ueberschaubaren Doerfchen Hoi An mit seinen sintflutartigen Regenfaellen nun eine heisse Grossstadt, gegen die sich selbst Hanoi geradezu kleinstaedtisch gibt.
Das erste, was ins Auge faellt, sind die modernen Gebaeude, die einen Kontrast zum alten franzoesisch gepraegten Stadtkern bilden. Gerade letzterer kuendet immer noch von der alten Grandezza von Saigon, die erst in den letzten Jahren wieder auflebt. Ein vielfaeltiges Nachtleben - koennten wir es doch angesichts unserer allabendlichen Muedigkeit doch geniessen - Einkaufszentren und virbrierendes Strassenleben ergaenzt um den moerderischen Verkehr, so muss wohl auch Bangkok vor 20 Jahren einmal gewesen sein.
Morgen geht es dann im Rahmen eines Tagesausflugs zu den CuChi-Tunneln, wo man sich ansehen kann, unter wechen Bedingungen der Viet Cong seinen Kampf gegen die Amerikaner gefuehrt hat. Fuer alle, die sich schon lebhaft vorstellen, wie ich in einem Tunnel steckenbleibe, sei hier gesagt, dass diese fuer Touristen extra verbreitert worden sind, weil sich sonst wohl gar kein Westler in diese Enge quetschen koennte,Hinterher geht es dann zum Tempel der Cao Dai-Sekte, eine religiose Sekte, die in Suedvietnam sehr mitgliederstark ist und sich eine Art Patchworkreligion zusammengestellt hat.
Am Samstag macht sich dann Barbara wieder auf den Weg nach Hause und ich werde mich bei 35 Grad auf Weihnachten vorbereiten: An Moeglichkeiten, sich schrage Weihnachtslieder anzuhoeren und kitschbunte Weihnachtsbaeume anzuschauen, mangelt es hier wirklich nicht. Am 24. werde ich wohl mit Robert und Martina essen gehen, ein stuttgarter Paaerchen, mit denen wir schon in Hue und Hoi An waren, bis sich unsere Wege dann ein paar Tage lang getrennt haben. Und am 25. geht es dann fuer ein paar Tage ins Mekong-Delta - ein bisschen durch die Flussarme schippern und abhaengen.
Bis die Tage Mirko
Samstag, 16.12.2006
Die tapferen Schneiderlein...
Mal wieder ein paar Neuigkeiten von uns. Wir waren zwei Tage in Hue und haben uns die Zitadelle, die verbotene Stadt bzw. das, was davon nach den Indochinakriegen uebriggeblieben ist und zwei Kaisergraeber angeschaut. Da es wir letztere im Rahmen einer Fahrradtour angeschaut haben und es morgens richtig schuettete, haben wir uns solide Regencapes gekauft, die wir dann prompt nicht gebraucht haben, da nach fuenf Minuten der Regen aufhoerte und uns die regenreichste Stadt Vietnams einen trockenen Tag bescherte.
Gestern sind wir dann weiter nach Hoi An, einer Kleinstadt in Vietnam, die sich zu einem der touristischsten Plaetze Vietnams entwickelt hat und mit restaurierter Architektur und Einkausmoeglichkeiten aufwartet. Umgeben ist Hoi An mit kilmeterlangen Straenden, die wir nur allzugern nutzen wuerden, wenn wir gerade mal nicht absaufen. Heute hat es den ganzen Tag wie aus Kuebeln geschuettet, so dass sich die Investition in die Regencapes gelohnt hat. Und was macht man an einem solchen Tag ? Einkaufen!